Ãœber Wien nach New York

Zum 9. Mal wurde der Kulturpreis Europa durch das KulturForum Europa e.V. (KFE) verliehen.

Die Wiener Produktion des Theaters in der Josefstadt wurde ausgezeichnet für das Stück "Besuch bei Mr. Green" von US-Autor Jeff Baron aus New York. Als aktuelles Lehrstück mit Vorbildcharakter für Toleranz und Akzeptanz von Minderheiten erhielten Regisseur Franz Morak, die Schauspieler Fritz Muliar und Michael Dangl sowie US-Autor Jeff Baron die Auszeichnung in Form der 2 m großen Künstlerarbeit überreicht.
Nach Preisträgern wie Annemarie Renger, Staatsrechtler Prof. Dr. Tsatsos, Botschafter Primor, 3sat und Johannes Rau wurde der Preis zum ersten Mal an eine Theaterproduktion verliehen, die gegen Minderheitendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz Standpunkt bezieht.
Schauspieldirektor Helmut Lohner nahm das Kunstwerk, geschaffen durch die Kölner Objektkünstlerin Clementine Klein, beim Festakt in Wien entgegen, die anderen Beteiligten erhielten von Laudator Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Kulturstadtrat aus Wien, die Urkunden überreicht, gestaltet von Christian Bauer, Leiter der Akademie für Kunst + Design, mit Sitz gleich dem KulturForum Europa im Haus Jakobholz, Vettweiß. Zahlreiche Ehrengäste waren geladen, prominente Schauspieler und Politiker, auch Österreichs Bundespräsident Dr. Thomas Klestil, dessen Glückwunsch verlesen wurde.

Das KulturForum Europa, seit 1995 in der Nähe von Köln, Vettweiss, angesiedelt, arbeitet regional stetig an der Idee "Europa auf dem Land". "Dort wird Europa gemacht. In den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger entsteht Europa. Es gibt viel zu tun, um der Angst vor etwas Neuem, Fremdem entgegen zu arbeiten, um Vorurteile abzubauen, um ein Stück auf dem Weg zu Toleranz und Akzeptanz vorwärts zu kommen", heißt es in der Vereinssatzung. 

"Besuch bei Mr. Green" wurde in Aachen erstmalig in Deutschland aufgeführt, bevor es seinen Siegeszug im deutschen Sprachraum mit dem berühmten Schauspieler Fritz Muliar (Soldat Schwejk) und der Produktion des Wiener Theaters in der Josefstadt antrat. Nach 3jähriger Spielzeit des Stückes um die Beziehung zwischen Menschen und die Interpretation von jüdischer Tradition und Schwulen, eine Rolle, in der Fritz Muliar und Michael Dangl bei jeder der zahlreichen Aufführungen umjubelt wurden, hatte das Wiener Theater für den Festakt der Preisverleihung das Werk eigens wieder aufgenommen. Ein ausverkauftes Haus, zahlreiche Berichterstattung und eine TV-Ausstrahlung bezeugten das öffentliche Interesse an Theaterstück und KulturPreis Europa.

Reaktion aus Berlin: US-Botschafter Daniel R. Coats, der in der Bundesrepublik über den KulturPreis Europa 2001 informiert war, teilte aus Berlin in einem persönlichen Schreiben an das KFE seine Freude mit und dankte in diesem Zusammenhang dem KulturForum Europa besonders für die Zuneigung für Amerikaner in dieser schwierigen Zeit nach den tragischen Ereignissen vom 11. September. Damit sei ein weiteres Zeichen der unvergänglicher Freundschaft und Zuneigung vor Augen geführt worden, die aus Deutschland für Amerika empfunden werde.


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