Akademie für Kunst und Design
30 Jahre Kreativität und Begegnung
"Auf los geht's los" ...
Als Christian Bauer 1996 auf Einladung des KulturForum Europa die Akademie für Kunst und Design gründete, setzte er eine Idee in die Tat um, die über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Menschen begleiten und prägen sollte.
Dreißig Jahre später blickt die Akademie auf eine bewegte und erfolgreiche Geschichte zurück. Viele junge Menschen kamen, um ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln. Sie bereiteten Bewerbungsmappen für Kunsthochschulen, Design- und Modeakademien vor und fanden ihren Weg in die freie Kunst, ins Design oder in die Architektur.
Andere betraten die Akademie als Kinder und wurden hier erwachsen. Wieder andere fanden erst später zur Kunst und nutzten die Möglichkeiten der Akademie, um ihre kreativen Begabungen zu entfalten, zu vertiefen und neue Ausdrucksformen zu entdecken.
Schon früh suchte die Akademie den Dialog mit der Öffentlichkeit. Eine der ersten Ausstellungen widmete sich dem Thema „Schuhe“. Mit Projektionen wurden ungewöhnliche Akzente gesetzt und neue Wege der Präsentation erprobt.
Unter dem Titel „Needful Things“ entstand anlässlich der Präsentation eines neuen französischen Automodells eine Ausstellung im Autohaus. Ausgediente Gegenstände aus der persönlichen Vergangenheit der Teilnehmenden wurden zu neuem, künstlerisch bedeutsamem Leben erweckt. Erinnerungen, Geschichten und Objekte verwandelten sich in Kunstwerke mit neuer Aussagekraft.
Ungewöhnliche Themen und besondere Orte
Die Suche nach Neuem und Ungewöhnlichem prägte die Arbeit von Christian Bauer von Anfang an. Mit der Neugier und Experimentierfreude eines Designers entwickelte er immer wieder neue Themen und Konzepte, die die Teilnehmenden zu eigenen künstlerischen Entdeckungen anregten.
Auch das Thema Automobil fand seinen Platz in der künstlerischen Arbeit. Großformatige Darstellungen eines Oldtimers aus den 1960er-Jahren, farbige Illustrationen neuer Modelle sowie zahlreiche Entwürfe und Gestaltungen von Fahrzeugen der 1970er- und 1980er-Jahre entstanden. Sie blieben Visionen auf Papier, wirkten jedoch so realitätsnah, als könnten sie jederzeit Wirklichkeit werden.
Die Themen für die gemeinsame künstlerische Arbeit entstanden zunächst im Haus der Stadt Düren und später im KFE-Atelier in Vettweiß. Dort entwickelte sich ein lebendiger Ort des Austauschs, des Lernens und der kreativen Auseinandersetzung.
Im Laufe der Jahre entstanden zahlreiche Ausstellungen an ungewöhnlichen Orten und in Kooperation mit Banken, Bauzentren und weiteren Partnern. Immer wieder gelang es, Kunst aus den klassischen Ausstellungsräumen herauszutragen und neue Begegnungen mit einem breiten Publikum zu schaffen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist das Projekt „Gespräche über die Wäscheleine“. Über Tage hinweg spannten sich Wäscheleinen rund um das Atelierhaus und entlang der Straße. Sie wurden zu einem sichtbaren Symbol für Begegnung und Kommunikation.
Wie im wirklichen Leben entstanden auch hier Gespräche aller Art: Nachbarschaftsgeschichten, freundliche Grüße, Begegnungen mit Neuankömmlingen oder kleine Meinungsverschiedenheiten. Die Installation zog Besucherinnen und Besucher aus der Umgebung an. Radfahrer hielten an, Spaziergänger blieben stehen, und selbst Menschen aus weiter entfernten Orten kamen, um das im Wind bewegte Spektakel zu erleben. Das Projekt verwandelte den öffentlichen Raum in einen Ort der Begegnung und des Austauschs.
Unterstützung erhielt die Akademie dabei auch durch die Zusammenarbeit mit der Universität Münster. Im Rahmen eines Praktikums beim KulturForum Europa engagierte sich eine Management-Assistentin tatkräftig für die Umsetzung verschiedener Projekte.
Mit „Living in a Box“ öffnete die Akademie ihre Türen zu einer abendlichen Entdeckungsreise voller Begegnungen. Es wurde diskutiert, gelehrt, gelernt und gemeinsam nachgedacht. „Looking Around“ lud dazu ein, die eigene Umgebung neu wahrzunehmen und aus persönlichen Eindrücken kreative Ideen zu entwickeln.
Themen wie „Kontraste“ oder „Grenzenlos“ eröffneten immer neue Perspektiven. Sie fanden ihren Ausdruck auf Papier und Leinwand ebenso wie in Arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien und Techniken.
Fast auf den Tag genau feierte die Akademie für Kunst und Design schließlich ihr 30-jähriges Bestehen. Aus dem jungen Gründer war ein erfahrener Leiter geworden, der sich nun allmählich aus dem Unterrichtsgeschehen zurückzieht.
Was bleibt, sind unzählige Erinnerungen, Begegnungen und Werke. Es sind Geschichten von Menschen, die hier gelernt, experimentiert, gestaltet und ihren eigenen künstlerischen Weg gefunden haben.
Und die Geschichte geht weiter.
Erneut haben sich elf Menschen zusammengefunden:
Nicole Adels, Helga Borstembley, Juliane Gramann, Karin Haber, Viola Holle, Christa Hoppermanns, Sissi Klausmann, Hanne Lemke-Wichert, Angelika Lock, Brigitte Sistig und Sophie Winkel.
Mit Neugier, Offenheit und kreativer Entdeckungsfreude widmeten sie sich einem neuen Thema: „KI and Me“. Wie viele Gruppen vor ihnen begaben auch sie sich auf eine Reise nach innen und nach außen – auf der Suche nach neuen Bildern, neuen Gedanken und neuen Formen des Ausdrucks.
Ganz im Sinne des Anfangs:
Auf los geht’s los.
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