Ein Megafestival läutete in Budapest den Frühling ein ...

(News4Press.com) Anlässlich seines 25. Jubiläums wurde das Budapest Frühlingsfestival 2005 bereits mit dem KulturPreis Europa unter besonderer Berücksichtigung der Idee von "Kultur als Basis von Tourismus in der Europäischen Union" ausgezeichnet. „Budapests Geschichte, die Architektur und das kulturelle Leben sind heute auf eine in einem größeren Raum gespielte Innovations- und Vermittlungsrolle gebaut. Der besondere touristische und kulturelle Erfolg der ‚Brückenstadt Budapest‘ ist in der jüngeren Vergangenheit der letzten 25 Jahre sicher unter anderem auch durch die besondere Arbeit des Frühlingsfestivals begründet, besonders unter dem Aspekt der Förderung des Dialogs zwischen den europäischen Kulturen und anderen Teilen der Welt“, beschrieb es damals die Laudatio.

„Auf der Basis eines wohl ausgedachten, klug inszenierten und daher erfolgreichen Kultur-Tourismus spielt das Frühlingsfestival eine gewichtige Rolle für den Beitrag Ungarns und der Stadt Budapest zur europäischen Öffnung und dem gegenseitigen Verständnis für andere Kulturen. Wenn Budapest der östlichste europäische kulturelle Begegnungspunkt sein kann, der ein Tor zu den östlichen (ukrainischen, russischen, weißrussischen) und südlichen (Balkan-) Regionen öffnet, trägt die Arbeit des Preisträgers 2005 ein gutes Stück bei,“ hieß es weiter zur Auszeichnung des Festivals für die Leistungen als "Kultur-Botschafterin Ungarns im Sinne einer Ost-West-Brücke Europas", für das Engagement um die europäische Dimension und für die Bemühungen, Menschen aus Ungarn und Europa auf musikalisch kultureller Ebene und touristischer Basis zusammenzuführen.

Das Frühlingsfestival überdauerte die Zeiten und präsentiert sich seit einigen Jahren in neuem Outfit. Das bis dahin auf klassische hochkarätige Musikevents ausgerichtete Budapester Großereignis zog zumeist ähnlich geartete Fans aus europäischen Ländern, Asien und USA an. Es lockte mit großen internationalen Namen und kleinen Eintrittspreisen.

Dies war dem Vorsitzende der Festivalorganisation, Czaba Káel, Chef des renommierten Palasts der Künste, als tragende Idee nicht weit genug gefächert. In einem Interview teilte er mir dann vor ein paar Jahren sein Engagement mit, diese Struktur zusammen mit dem neu organisierten Ungarn-Tourismus und der Festivalleitung (heuer Ltg. Teodóra Bán) verändern zu wollen: "Das kulturelle Antlitz der Stadt wird durch das gemeinsame Programmangebot der kulturellen Einrichtungen von Budapest geprägt. Die synergetischen Kräfte der ungarischen Hauptstadt mit Oper, Liszt Akademie, der wiedereröffneten Redoute und dem Palast der Künste sollen gebündelt werden, Theater, Tanz, Fotografie und Architektur mit Auftritten internationaler Stars und Ensembles kombiniert, um sichtbar voran zu schreiten auf dem Weg zum frischen Image der Stadt", so Káel.

Das Budapester Frühlingsfestival machte sich diese Synergien bei der Zusammenstellung seiner Eventreihen seitdem zunutze: Neben der Musik gelangten also auch Theater- und Tanzkunst, bildenden Künste, Fotografie und Film, der zeitgenössische Zirkus und die Architektur in den Fokus. "Diese Idee beansprucht nicht, ein Novum zu sein, aber die Summe der überaus zahlreichen Einzelteile soll beweisen, dass Budapest, das vor 150 Jahren auf einer Achse mit Wien lag, nichts von seiner Attraktivität und Bedeutung verloren hat.

Das ‚neue‘ Frühlingsfestival sollte zwischen dem 31.3. und 23.4. 2017 eine außergewöhnlich breite Palette von Kultur für die Besucher abdecken, unterschiedlichste Genres von früh bis spät die Besucher locken," weiß Káel zu berichten. Der 55jährige Film- und Opernregisseur mit ausreichend Budapest und internationaler Erfahrung sollte es wissen.

Es war an der Zeit, dem Frühlingsfestival wieder einmal einen Besuch abzustatten, sich umzuschauen und aktuell zu berichten: In der Tat belebte das Ereignis beinahe die ganze Stadt. An völlig unerwarteten Stellen tauchten Musiker, Tänzer, Performances auf. Da konnten sogar die Zuschauer ihr Dirigententalent in den kubischen BTF-Metallaufstellern zum Festival an zahlreichen Orten beweisen.

Vielfalt war angesagt: neben konzertanten Großereignissen und klassischen Kammerkonzerten (Orchestre de Chambre de Lausanne • René Jacobs Martin Haselböck • Daniele Gatti • Denis Matsuev John Malkovich • Natalie Dessay • Philippe Cassard Akademie für Alte Musik Berlin • RIAS Kammerchor Pumeza Matshikiza • Mahler Chamber Orchestra Komische Oper Berlin • The Shanghai Quartet Orchestre de Chambre de Lausanne • René Jacobs Martin Haselböck • Daniele Gatti • Denis Matsuev) warteten zahleiche Opernaufführungen, populäre Musikkonzerte und Jazzkonzerte, Tanzaufführungen (von klassischen Balletten über zeitgenössische Choreografien bis Volkstänzen), Theaterprogramme und Programme der bildenden Künstler das Publikum.

Einer der thematischen Schwerpunkte dieses Jahres lag beim 135.Geburtstag und 50jährigen Todestag von Zoltán Kodály. Weltstars wie Vittorio Storaro, John Malkovich, Goran Bregovic, Daniele Gatti, Georg Baselitz, Pumeza Matshikiza, Gyenyisz Macujev, die Komische Oper Berlin und die Besten der ungarischen Kunstszene, legendäre Kunstwerke, besondere Koproduktionen und faszinierende neue Produktionen, Erstaufführungen an öffentlichen Plätzen füllten das Programm des 37. Budapester Frühlingsfestivals für alt und jung und den unterschiedlichsten Interessenslagen.

Pop und Jazz stellten internationale Trends vor. Darunter Snarky Puppy, mehrmals mit einem Grammy ausgezeichnet, Yasmine Hamdan mit einem Mix aus arabisch-elektronischer Popmusik, ein Gemisch von kapverdischer Volksmusik und karibischer, brasilianischer, afrikanischer Popmusik, von Jazz und Blues mit Tcheka & Mário Laginha, sowie das Festival des ungarischen Jazz.

 

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