Aachen-NL - Nach der rbb - Erstaustrahlung eines Features über den künstlerischen Grenzgänger Kurt Fleckenstein, der in Deutschland und Polen lebt und arbeitet werden seine Arbeiten jetzt an der westlichen Grenze der Republik im deutsch-niederländischen Einzugsgebiet bei Aachen präsentiert. 

 

In der ländlichen Mitte des Städtedreieck Köln-Bonn-Aachen liegt an der Stadtgrenze Düren die kleine Ortschaft Jakobwüllesheim mit Sitz Verwaltungs- und Arbeitsstätte des KulturForum Europa eV im Europa-Kulturzentrum Haus Jakobholz. Die europaweit agierende Vereinigung unterhält hier seit 1995 u.a. die Akademie für Kunst+Design des NRW-Kunstkreis und ein Künstleratelier ganz spezieller Provenienz. Dort treffen 2-3 Mal im Jahr Kunst und Kultur von Künstlern, die sich ausdrücklich mit Einfachem, Grundformen und reduzierter Gestaltung beschäftigen auf ein begehbares Kunstobjekt in Form eines Atelierhauses eben dieser Provenienz 

Gemeinsamkeit gesucht -gefunden 
Was haben der Dürener Architekt Prof. Dr. Wolfgang Meisenheimer und der Mannheimer Landschaftsarchitekt Dr. Kurt Fleckenstein gemeinsam? Klarheit und Einfachheit, mathematische Grundformen und reine Symmetrie. Die beiden sind zudem Künstler, die an unterschiedlichen Orten arbeiten. Ihre künstlerischen Arbeiten hat Christian Bauer , Leiter der Akademie für Kunst + Design beim KulturForum Europa (KFE) in einer Ausstellung der Schnittmenge von Architektur, Kunst und Landschaftsgestaltung zusammengebracht. 


„Dimension und Definition spielen in den plastischen Arbeiten von Kurt Fleckenstein, die er von einer zweidimensionalen Grundform eines Kreises, Quadrats oder Dreiecks durch Falten, Knicken, Spalten und neu zusammensetzen in die dritte räumliche entwickeln“, so Christian Bauer. „Da treffen sie auf die Arbeit von Wolfgang Meisenheimer, der dem KFE-Atelier ebenso klar und völlig schnörkellos die Grundform Rechteck als wiederkehrendes Element in Boden, Wand und Mauereckwerk als Basis gegeben hat.“ 

„Harte Kanten, das scheinbar Zufällige oder schwebende Zusammenhänge, lassen vor unserem Auge die Körper aus Metall dreidimensional erscheinen, obwohl sie es rein mathematisch nicht sind. Seine Arbeiten sind in handwerklicher Präzision ausgeführt, man braucht nicht das gekonnte Handwerk als Ausgangspunkt für die künstlerische Gestaltung zu leugnen, „beschreibt Wolfgang Meisenheimer den Ausstellungsbesuchern und Akademie Schülern diese Art der Arbeit von Kurt Fleckenstein.

Die „think tanks“ des Künstlers 
„Fleckensteins Terrain ist die konkrete Kunst. Gesellschaftliche Veränderungen machen seine konkrete Kunst aktueller denn je. Im Zeitalter des Informationsoverloads, des allgegenwärtigen Spektakels, des Kampfes um die knapper werdende Ressource "Aufmerksamkeit", im Zeitalter der Multioptionalität und des Lebens in Paradoxien wird die Orientierung des Einzelnen schwieriger: 

Kurzzeittrends und Trendsetting, sowie gewachsene Mobilität lassen konstante Bezugspunkte verschwinden. Folge dessen wächst das Bedürfnis des modernen Menschen nach Ordnung, nach Ruhezonen, Beständigkeit, Eintauchen in eine andere Welt, die Halt und das Gefühl von Geborgenheit vermittelt. 

Das Atelierhaus zeigt eine Auswahl von Fleckenstein-Arbeiten, Innen - Außen, Symmetrie als Sinnbild für Ordnung, Struktur, Ruhe und Klarheit. So ist sie, die konkrete Kunst des Kurt Fleckenstein: Grundformen aus Stahl, Kaltes, Starres - Einfachheit, Symmetrie, ... "think tanks". (Christian Bauer, Kurator) 


Die Ausstellungsfacts 
„Kurt Fleckenstein -Arbeiten sind noch im KFE-Skulpturengarten zu sehen. Wochentags ist der Skulpturengarten von 10 –17 Uhr begehbar, das Atelier öffnet seine Tore nach telefonischer Vereinbarung unter 02424-94040.  www.kurt-fleckenstein.com